Gehalt und Tarif

Wie viel verdient ein Oberarzt im Krankenhaus pro Monat?

Kurz gesagtEin Oberarzt an einer kommunalen Klinik verdient seit 1. Juni 2026 9.459,56 Euro brutto im Monat (TV-Ärzte/VKA, Entgeltgruppe III, Stufe 1). Nach drei Jahren sind es 10.015,53 Euro, nach sechs Jahren 10.810,95 Euro. An Unikliniken zahlt der TV-Ärzte/TdL seit 1. April 2026 9.576,69 bis 11.265,33 Euro (Ä 3). Bei Vollzeit sind das rund 113.500 bis 135.200 Euro im Jahr, ohne Dienste und Zuschläge. Leitende Oberärzte erhalten im VKA 11.127,50 bis 11.922,95 Euro.

Stand 14.10.2026 · 10 amtliche Quellen

Oberarzt-Gehalt 2026 nach Stufe

TV-Ärzte/VKA (kommunale Kliniken), brutto pro Monat bei Vollzeit, gültig vom 1. Juni bis 31. Dezember 2026 (Anlage zu § 18, Stufenlaufzeit nach § 19)
EntgeltgruppeStufe 1Stufe 2Stufe 3
III Oberarzt9.459,56 €nach 3 Jahren: 10.015,53 €nach 6 Jahren: 10.810,95 €
IV Leitender Oberarzt11.127,50 €nach 3 Jahren: 11.922,95 €-
TV-Ärzte/TdL (Unikliniken), brutto pro Monat bei Vollzeit, gültig vom 1. April 2026 bis 31. August 2027
Entgeltgruppe1. Jahrab 4. Jahrab 7. Jahrab 10. Jahr
Ä 3 Oberarzt9.576,69 €10.139,57 €10.944,77 €11.265,33 €
Ä 4 Leitender Oberarzt11.265,33 €12.070,52 €12.711,58 €-

Wie viel verdient ein Oberarzt im Jahr?

Zwölf Monatsentgelte ergeben im TV-Ärzte/VKA 113.514,72 Euro (Stufe 1) bis 129.731,40 Euro (Stufe 3). Im TV-Ärzte/TdL sind es 114.920,28 Euro (Ä 3, 1. Jahr) bis 135.183,96 Euro (ab 10. Jahr). Alle Beträge gelten brutto bei Vollzeit. Eine Jahressonderzahlung sehen beide Verträge nicht vor. Bereitschaftsdienst, Rufbereitschaft und Zeitzuschläge kommen hinzu.

Wie viel verdient ein Leitender Oberarzt?

Im TV-Ärzte/VKA (Entgeltgruppe IV) verdient er 11.127,50 Euro in Stufe 1. Nach drei Jahren als Leitender Oberarzt sind es 11.922,95 Euro. Im TV-Ärzte/TdL (Ä 4) sind es 11.265,33 bis 12.711,58 Euro. Leitender Oberarzt ist, wem die ständige Vertretung des Chefarztes in allen seinen Dienstaufgaben übertragen ist. Diese Rolle kann in einer Klinik in der Regel nur eine Ärztin oder ein Arzt haben (§ 16 Buchst. d TV-Ärzte/VKA).

Die VKA-Tabelle gilt bis 31. Dezember 2026. Der Marburger Bund hat die Entgelttabelle und die kündbaren Regeln zu Rufbereitschaft, Schicht- und Wechselschichtarbeit am 22. September 2026 gekündigt. Sie gelten weiter, bis eine Neuregelung sie ersetzt (§ 4 Abs. 5 TVG). Die TdL-Tabelle stieg zum 1. April 2026 um 2,95 Prozent. Zum 1. September 2027 folgen weitere 2,45 Prozent, dann liegt Ä 3 zwischen 9.811,32 und 11.541,33 Euro.

Die Tabellenwerte gelten brutto für 40 Wochenstunden. In Teilzeit bekommen Sie das Tabellenentgelt anteilig (§ 25 Abs. 2 TV-Ärzte/VKA, § 24 Abs. 2 TV-Ärzte/TdL). Bei 75 Prozent sind das in Stufe 1 des VKA 7.094,67 Euro. Von 9.459,56 Euro brutto bleiben 2026 in Steuerklasse 1 netto 5.425,64 Euro (Was bleibt netto vom Arztgehalt in Steuerklasse 1?).

Wer tariflich Oberarzt ist

Ihre Entgeltgruppe hängt an der übertragenen Verantwortung, nicht am Titel. Im TV-Ärzte/VKA ist Oberarzt, wem der Arbeitgeber die medizinische Verantwortung für selbstständige Teil- oder Funktionsbereiche der Klinik oder Abteilung ausdrücklich übertragen hat. So steht es in der Protokollerklärung zu § 16 Buchst. c. Im TV-Ärzte/TdL führen zwei Wege nach Ä 3 (§ 12). Entweder überträgt Ihnen der Arbeitgeber die Verantwortung für einen Teil- oder Funktionsbereich. Oder er überträgt Ihnen eine Spezialfunktion, für die er eine abgeschlossene Schwerpunkt- oder Zusatzweiterbildung verlangt.

In die Gruppe kommen Sie, wenn Sie die Tätigkeit nicht nur vorübergehend und zeitlich mindestens zur Hälfte ausüben (§ 15 Abs. 2 TV-Ärzte/VKA, § 12 TV-Ärzte/TdL). Die Entgeltgruppe muss im Arbeitsvertrag stehen (§ 15 Abs. 3 TV-Ärzte/VKA). Übernehmen Sie oberärztliche Aufgaben nur vorübergehend, bekommen Sie nach einem Monat eine persönliche Zulage in Höhe der Differenz (§ 17). Was ein Titel wie Funktionsoberarzt tariflich bedeutet, erklärt Was verdient ein Funktionsoberarzt?.

Was zum Tabellenentgelt hinzukommt

  • Für Bereitschaftsdienst zahlt der TV-Ärzte/VKA in Entgeltgruppe III seit 1. Juni 2026 47,33 Euro (Stufen 1 und 2) oder 48,72 Euro (Stufe 3). Das gilt je Stunde, die als Arbeitszeit gewertet wird. Dazu kommen 15 Prozent Zuschlag auf jede Dienststunde (§ 12). Die Bewertung von 70, 85 oder 100 Prozent erklärt Wie wird Bereitschaftsdienst bei Ärzten vergütet?.
  • Ihre Zeitzuschläge berechnen sich aus dem Stundenanteil der höchsten Stufe. Das sind 10.810,95 Euro geteilt durch 4,348 mal 40 Stunden, also 62,16 Euro (§ 11 Abs. 1, § 25 Abs. 3). Eine Nachtstunde bringt 20 Prozent, also 12,43 Euro. Sonntags sind es 25 Prozent (15,54 Euro), an Feiertagen ohne Freizeitausgleich 135 Prozent (83,92 Euro). Im TV-Ärzte/TdL ist die Basis die Stufe 3 (§ 8 Abs. 1). Alle Sätze stehen in Zuschläge für Nacht, Sonntag und Feiertag.
  • Für jeden Tag Rufbereitschaft gibt es eine Pauschale. Montag bis Freitag ist das der doppelte Stundenanteil Ihrer Stufe, am Wochenende und an Feiertagen der vierfache. In Entgeltgruppe III, Stufe 1 liegt der Stundenanteil bei 54,39 Euro. Die Pauschale beträgt also 108,78 Euro oder 217,56 Euro. Einsätze bezahlt die Klinik zusätzlich als Überstunden (§ 11 Abs. 3).
  • Ein 13. Gehalt gibt es in beiden Verträgen nicht (Weihnachtsgeld für Klinikärzte).

Vom Facharzt zum Oberarzt: Besitzstand, Vorweggewährung, Verhandlung

  • Als Facharzt in Entgeltgruppe II, Stufe 6 verdienen Sie 9.698,91 Euro, mehr als ein Oberarzt in Stufe 1 (9.459,56 Euro). Werden Sie Oberarzt, behalten Sie Ihr bisheriges Entgelt, bis Entgeltgruppe III mehr zahlt (§ 20 Abs. 4). Starten Sie in Stufe 1, ist das mit Stufe 2 nach drei Jahren der Fall (10.015,53 Euro).
  • Der Arbeitgeber darf Ihnen ein Gehalt zahlen, das bis zu zwei Stufen über Ihrer eigenen liegt. Das geht aus regionalen Gründen, um Personalbedarf zu decken oder um Fachkräfte zu halten. In der Endstufe sind bis zu 20 Prozent der Stufe 2 zusätzlich möglich (§ 20 Abs. 5 TV-Ärzte/VKA, § 16 Abs. 3 TV-Ärzte/TdL). Der Tarif nennt das Vorweggewährung.
  • Als Oberarzt oder Leitender Oberarzt dürfen Sie ein außertarifliches Gehalt vereinbaren (§ 18 Abs. 2 TV-Ärzte/VKA). Das geht, wenn Sie eine angemessene Zeit in der letzten Stufe waren.
  • Wechseln Sie den Arbeitgeber, zählt für die Stufe zunächst nur die Zeit in derselben Entgeltgruppe bei ihm (§ 19 Abs. 1 TV-Ärzte/VKA). Frühere Zeiten können angerechnet werden, wenn sie für die Tätigkeit förderlich sind (§ 19 Abs. 2 Satz 4). Im TV-Ärzte/TdL werden förderliche Zeiten berücksichtigt (§ 16 Abs. 2). Lassen Sie Ihre Stufe deshalb in den Arbeitsvertrag schreiben.

Bundesland, Träger und Fachrichtung

Die Entgelttabelle in der Anlage zu § 18 TV-Ärzte/VKA unterscheidet weder nach Bundesland noch nach Ost und West. Ein Oberarzt an einem kommunalen Haus in Bayern bekommt in derselben Stufe also dasselbe Tabellenentgelt wie einer in Sachsen. Den Unterschied macht der Träger. Kommunale Häuser zahlen nach TV-Ärzte/VKA, Unikliniken der TdL-Länder nach TV-Ärzte/TdL. Die Unikliniken in Hessen, Berlin, Hamburg und Mainz haben eigene Regelungen. Caritas-Häuser zahlen nach Anlage 30 der AVR. Private Konzerne wie Asklepios, Helios, Sana oder Rhön haben eigene Tarifverträge mit dem Marburger Bund (TV-Ärzte VKA und TdL im Vergleich). Alle Tabellen nebeneinander zeigt der Tarifvergleich.

Auch das Fachgebiet kommt in der Tabelle nicht vor. Eine Oberärztin in der Psychiatrie und ein Oberarzt in der Radiologie bekommen in derselben Stufe dasselbe. Unterschiede entstehen durch die Zahl der Dienste (Welche Fachrichtung verdient am meisten?) und durch eine Vorweggewährung (§ 20 Abs. 5).

Oberarzt: Grundgehalt nach Tarif

Monatliches Grundgehalt in Vollzeit nach Tarif, je nach Berufsjahren: TV-Ärzte/VKA (Kommunale Kliniken) 9.459,56 bis 10.810,95 €; TV-Ärzte/TdL (Unikliniken) 9.576,69 bis 11.265,33 €. Dienste und Zuschläge kommen hinzu.

Tabellen Stand 07.10.2026. Alle Stufen und Tarife für Oberarzt

Bei Job Clerk

Verwandte Fragen

BegriffeOberarztFacharztTarifvertragBereitschaftsdienst / Rufbereitschaft

Quellen

Amtliche und tarifliche Veröffentlichungen, auf denen diese Antwort beruht, mit dem Datum des Abrufs.

  1. TV-Ärzte/VKA in der Fassung des 10. Änderungstarifvertrags, Marburger Bund, abgerufen am 11.10.2026.
  2. TV-Ärzte/VKA, Lesefassung in der Fassung des Änderungstarifvertrags Nr. 10 (Stand 1. Juli 2025, mit Anlage zu § 18 bis 1. Juni 2026), Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände, abgerufen am 11.10.2026.
  3. Entgelttabellen und Bereitschaftsdienstentgelte TV-Ärzte/VKA, 1. Juli 2024 bis 31. Dezember 2026, Marburger Bund, abgerufen am 11.10.2026.
  4. TV-Ärzte (TdL) in der Fassung des Änderungstarifvertrags Nr. 10, Tarifgemeinschaft deutscher Länder, abgerufen am 11.10.2026.
  5. Entgelttabellen TV-Ärzte (TdL), 1. April 2026 bis 31. Juli 2028, Marburger Bund, abgerufen am 11.10.2026.
  6. Marburger Bund erzielt Tarifeinigung für Ärztinnen und Ärzte an Unikliniken (10. Juni 2026), Marburger Bund, abgerufen am 11.10.2026.
  7. Tarifverträge: Übersicht des Bundesverbands, Marburger Bund, abgerufen am 11.10.2026.
  8. AVR Caritas: Themenseite, Caritas-Dienstgeber, abgerufen am 11.10.2026.
  9. VKA: Mitgliederbefragung abgeschlossen, Kündigungen beschlossen und zugestellt (22. September 2026), Marburger Bund, abgerufen am 11.10.2026.
  10. § 4 Tarifvertragsgesetz (Wirkung der Rechtsnormen), gesetze-im-internet.de, abgerufen am 07.10.2026.

Diese Seite fasst die genannten Veröffentlichungen zusammen; verbindlich ist die Auskunft der zuständigen Ärztekammer, Behörde oder Tarifpartei. Erstveröffentlicht am 11.10.2026, zuletzt geprüft am 14.10.2026.